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Mike McBike @ Home / Elektronenröhren / Bildwandlerröhren |
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12.05.2026 {Restlichtverstärker - Inverter - Bildwandler} In der Röhrentechnik fand ich schon immer die Restlichtverstärker faszinierend. Mit minimalem Aufwand konnte man mit Hilfe einer Photokatode, einer Focus-Blende und eines Leuchtschirms ein Bild bei fast völliger Dunkelheit zaubern. Photonen fallen auf die Photokathode, schlagen dort Elektronen heraus. Diese fühlen sich, durch 16.000V angetrieben und durch die Blende gelenkt, dazu bemüßigt, auf einem Leuchtschirm wieder Licht zu produzieren, diesmal deutlich mehr, oder in einer anderen Wellenlänge, als die Originalquelle zu bieten hatte. Dieses Sammelsurium hier sind alles Röhren der ersten Generation. Es sind Inverter, weil das Bild durch die innen eingebaute Blende auf dem Kopf steht - und die meisten dieser Restlichtverstärkerröhren sind auch Bildwandler, weil sie im Infrarotbereich empfindlich sind und ein sichtbares Bild erzeugen. Für ein Nachtsichtgerät würden jetzt nur noch Objektiv- und Okularlinsen fehlen. Für einen ordnungsgemäßen Betrieb benötigt man jetzt nur noch einen Aufwärtswandler, der aus 1,5V Batteriespannung die nötigen 16.000V erzeugt. Entweder nimmt man die massive Wandlerpatrone, die vermutlich Panzersicher ist - oder die knuffige russische Variante, die nicht ganz so stabil wirkt, aber ebenfals gute Blitze erzeugt. Röhre 1: RCA 6914A. Sie funktioniert noch und ist von imposanter Größe. Der Leuchtschirm: Die Photokathode. Diese Röhre hat als einzige eine Warnung vor Röntgenstrahlung. Mit 16kV beschleunigte Elektronen sind eben schon grenzwertig! Röhre 2: RCA 6032. Luftzieher. Bei der außergewöhnlichen Länge vermutlich mit höherer Lichtverstärkung. Mattweiß beschlagene Gläser sind bei Röhren aber ein schlechtes Zeichen. Professor Farnsworth hat hier mitgemischt? Ich glaube eher nicht... Die Photokathode zeigt Anzeichen von Oxydation. Und die Phosphorschicht degradiert auch schon. Wenn man die 16kV anlegt, gibt es im Inneren der Röhre Überschläge. Das Vakuum ist ausgelaufen. Röhre 3: unbekannt (4730?), klein aber fein. Sie funktioniert noch. Röhre 4: Telefunken 8598. Leider auch ein Luftzieher mit internem Entladungsfeuer. Die Phosphorschicht sieht noch gut aus. Die Photokathode wirkt aber auch schon unregelmäßig beschlagen. Röhre 5: eine EP-1 aus der damaligen Sowjetunion. Diese Röhren der ersten Generation haben keine eingegossenen Metallkragen, sondern werden über Graphitfarbe kontaktiert. Die EP-1 läuft noch. Sauber und lichtdicht lackiert. Die Photokathode - im Inneren kann man die Blendenkonstruktion erahnen. Der Leuchtschirm: klein und hell. Röhre 6: ein ähnliches Sowjetmodell, EP33. Dieses ist leider auch gut gelüftet und schlägt innen über. An dieser Röhre ist noch der zusätzliche Metallring zur Kathodenkontaktierung zu sehen. Die Phosphorschicht liegt hier separat innerhalb der Röhre und wird über einen Stutzen kontaktiert. Das Weiße sind Reste des Isoliersilikons. Die Photokathode sieht heftig nach Luftschluss aus. Der "Bildschirm" ist tatsächlich ein separates Element. Jetzt wollte ich euch noch zeigen, wie die Röhren in Betrieb aussehen, leider habe ich dazu keine passende Optik und auch keinen Infrarotscheinwerfer für die Bildwandlerröhren. Aber im Halbdunklen reicht auch das Spektrum einer normalen Taschenlampe, um einige Sekundärelektronen aus der Photoschicht herauszuschlagen und auf die Reise zu schicken. Da ist wohl eine Verunreinigung im Strahlengang... Die Sowjetröhre scheint im sichtbaren Bereich deutlich empfindlicher zu sein, sie sättigt schon bei ziemlicher Dunkelheit. Hier kann man sogar erste Strukturen im unfokussierten Bild erkennen. Aber ohne passende Optik ist das alles nur Spielerei! |
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