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Mike McBike @ Home / Homecomputer / Amstrad CPC 6128 |
Schneider Amstrad ATARI TRS-80 TI 99/4a Philips P2000C |
12.04.2026 {Amstrad Schneider CPC 6128} 1985 erblickte dieser Amstrad/Schneider-Homecomputer das Licht der Öffentlichkeit: der CPC 6128. Der Colour Personal Computer (CPC) mit Z80 CPU, eingebautem 3" Floppy und 128k Ram mit Bank Switching. In dieser Ausstattung ist der Rechner geradezu prädestiniert für CP/M. Und damit es meiner Sammlung nicht langweilig wird, besitzt dieses Ensemble einen GT 65 Grünmonitor. Anders als andere Exponate, die bei mir so eintreffen, funktioniert das Gerät schon mal grundsätzlich... Die Tastatur hat ein sehr gutes Tastengefühl und auf der rechten Seite ist das Cassettenlaufwerk einem Floppylaufwerk gewichen. Praktisch! Der Grünmonitor war damals die billige Variante, wenn man sich den Farbmonitor nicht leisten wollte. Immerhin kann er passable Graustufen darstellen. Manche Spiele fragen sogar danach, um den optimalen Kontrast darzustellen. Alles komplett - dann kann es ja losgehen! Der Monitor erinnert an die Öffnung eines altägyptischen Grabmals. Hier hat schon lange keiner mehr Staub gewischt... Erstaunlich, dass es hier noch keine Überschläge gegeben hat. Was Eisenfeilspäne am Magneten sind, machen hier die Staubflusen. Feldlinienindikatoren am Hochspannungsanschluss. 8 Bar Druckluft später: es hat sich gelohnt. Eine Arbeit, die man übrigens nur im Freien machen sollte! Dann sehen wir uns mal den Rechner an, der übrigens auch erst einmal ausgeblasen werden wollte: die Hauptplatine liegt unter einem Abschirmblech. Das 3" Floppy ist rechts verbaut. Sehr hoch auflösend: das Mainboard. Die Tastatur ist über empfindliche Folienleiter angesteckt - hier ist Fingerspitzengefühl gefragt! Oben ist die Z80-CPU, der Soundprozessor AY-3-8912 ist zur Genüge aus dem Arcade-Bereich bekannt. Links unten befindet sich der Grafikprozessor HD46505. Der AMSTRAD 40010 ist ein ASIC, der viel Logik integriert hat und rechts oben werkelt ein µPD765 als Floppy-Controller. Die kleine Platine ist gut gefüllt. Der SED9420 ist ein integrierter Data Separator für die Floppy, der aus dem empfangenen Datenstrom Daten- und Takt-Bits separiert. Auf der linken Seite der Platine sieht man auch die 128k RAM (in gemütlicher 150ns-Version). Das Floppy-Laufwerk ist separat verschraubt und lässt sich leicht demontieren. Leistungsaufnahme 8,5W - das ist erstaunlich wenig... Im Gegensatz zum zeitgenössischen Kollegen C64 befinden sich auf der Rückseite richtige Steckverbinder für die Peripherie: Drucker und Erweiterungsport. Und ein zweites Diskettenlaufwerk kann hier auch angeschlossen werden. So sieht ein Monitor aus, wenn ich mit der Reinigung fertig bin: Fun Fact: der Monitor zieht mehr Leistung als der Rechner selber... Aber da im Monitor das Netzteil für den Rechner steckt, kann man die beiden Werte nicht miteinander vergleichen. Inbetriebnahme: ich bin gespannt, was alles geht. BASIC läuft. Der Zeichensatz ist putzig. Die Diskette macht ganz komische Geräusche und wird nicht gelesen. Endlich habe ich wieder etwas zum Reparieren. Von den Diskettenlaufwerken gibt es mehrere Versionen. Diese hier ist extrem unangenehm zu demontieren. Die Platine wird von drei unterschiedlichen (!) Schrauben gehalten. Doch wenn man diese gelöst hat, sind die Kabel im Weg und die sind ganz oft nicht gesteckt! Die erreichbaren Steckverbinder muss man vorsichtig lösen, das geht auch bei leicht angehobener Platine. Die Lichtschranken für das Index-Loch und die Spur Null sind festgelötet und müssen mitsamt den Platinen demontiert werden. Wenn man dann die Kabel vorsichtig durch das Gehäuse fädelt, kann man die Platine hochklappen. Dabei entdeckt man noch eine Eigenheit der Laufwerke: der Schreibschutz-Tastpilz ist nur eingelegt. Der fällt bei den folgenden Aktionen mit Sicherheit raus und man wundert sich am Ende, was das für ein komisches Teil ist, welches übriggeblieben ist. Das ging zumindest mir so. Das Laufwerk liest zwar einwandfrei, lässt sich aber ohne den Stift nicht mehr beschreiben! Die grundlegende Ursache der Laufwerksfehlfunktion liegt aber - wie so oft - an einem klebrig zerfallenen Gummiriemen. Reste davon hängen meist überall: Auch das Antriebsrad will gereinigt werden. Einen passenden Flachriemen finde ich erst einmal in speziellen USA-Kunststoffringen. Die sind recht speziell und sehr dehnbar. Bis der "richtige" Gummi-Riemen eintrifft, tun sie ihren Dienst problemlos. Und schon klappt's auch mit CP/M. Das Laufwerk liest wieder - von sporadischen Lesefehlern abgesehen. Das könnte auch an den alten Disketten liegen, wir werden sehen. Hier noch ein Blick auf das offene Laufwerk mit Diskette. Jetzt muss ich noch mal alles auseinanderbauen und den Stift wieder einsetzen... |
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