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Mike McBike @ Home / Apple Computer / Apple II 80-Zeichen-Karte |
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08.07.2026 {Apple II 80-Zeichen-Karte} Was der IIe schon irgendwie integriert hatte, ist beim ursprünglichen Apple II nur über eine Zusatzkarte zu lösen: die Fähigkeit, 80 Zeichen in einer Zeile darstellen zu können. Die Hardware unterstützt nur 40 Zeichen bei 24 Zeilen Text, was bei anspruchsvolleren Programmen wie Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation etwas limitierend wirkt. Die am weitesten verbreitete Lösung kam von Videx und nannte sich Videoterm: ein Clone von einer solchen Karte ist mir kürzlich zugelaufen. Ja, die Karte ist verbastelt und benötigt Liebe. Aber man sieht hier schon: ein MC6845 Grafikcontroller mit eigenen 2kByte RAM erzeugt ein ganz eigenes Videosignal. Die Apple-eigene Videogenerierung bleibt unangetastet, man könnte jetzt sogar zwei Monitore anschließen. Allerdings wird die Textausgabe nach der Aktivierung der 80-Zeichen-Karte (über PR#3) automatisch auf die Videx-Textanzeige umgeleitet. Da hat sich jemand ein Video-Sync passend umkonfiguriert. Die Videx-Karte bietet einen eigenen Videoausgang, der mittels eines separaten Platinchens auch automatisch umgeschaltet wurde. Schön sieht das hier auch nicht aus... Wenn man anfängt zu putzen, sieht man erst, was alles noch kaputt ist. Der Quarz mit der falschen Frequenz (17,784 statt 17,430 MHz) passt nicht in die Lötaugen, die sind aber auch schon samt Leiterbahnen von der Platine gerissen worden. Nebenbei: die Frequenz ist nicht so wichtig, die Monitore sind im Allgemeinen recht tolerant... Erst einmal den Videostecker putzen: die hässlichen Widerstände kommen raus. Die unteren Leiterbahnen wurden durchtrennt, um die Modifikation anschließen zu können. Das mache ich alles rückgängig! 17,430 MHz sind Goldstaub. Ich konnte noch zwei davon im Internet bestellen - ein Glücksfall! Fädeldraht ersetzt die Leiterbahnen und der Schwingquarz bekommt ein selbstklebendes Ruhekissen. In hoch auflösender Schönheit - die restaurierte Videx Nachbaukarte: Aber läuft sie auch auf Anhieb? Die Karte gehört in Slot 3 (der vierte Slot von links). Sie funktioniert auch in anderen Slots, aber manche Software setzt diese Karte in Slot 3 voraus! Noch kommt das Videosignal aus dem Originalstecker. Mit PR#3 aktiviert man das Boot-EPROM auf der Grafikkarte. Dann wird es Zeit, den Stecker umzustecken! Nach der Aktivierung liefert der Grafikcontroller ein Videosignal. Und es läuft auf Anhieb! DOS 3.3 mit 80 Zeichen pro Zeile! Endlich haben meine hochkomplexen BASIC-Programme genügend Platz auf dem Bildschirm! Die seltsamen Sonderzeichen sind ein Nebeneffekt des kartenspezifischen Zeichensatzes! Die Karte bietet nämlich zwei umschaltbare Zeichensatz-EPROMs an, die mit einem Zeichensatz nach Wunsch gefüllt werden können. Hier ist der deutsche Zeichensatz verbaut, da sind eben die Umlaute drin, anstatt der eckigen Klammern... Catalog hätte jetzt auch Platz, nutzt ihn aber nicht. DOS 3.3 weiß nichts von 80 Zeichen! CP/M hingegen nimmt alles, was es bekommen kann! Zumal die CP/M Bootdiskette automatisch auf die Videx-Karte umschaltet, wenn sie gefunden wird! Moderne Tabellenkalkulationen wie SuperCalc sind DIE Anwendungen für die 80-Zeichen-Karten! Wenn die Sonderzeichen jetzt noch stimmen würden, wäre es perfekt. Im zweiten Zeichensatz-EPROM ist übrigens der inverse Zeichensatz einprogrammiert - aber auch auf Deutsch... Nur mal so zum Vergleich: SuperCalc auf der originalen 40-Zeichen Hardware ist nicht bedienbar... CP/M weiß nichts von 40 Zeichen. |
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