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07.06.2026 {Apple Shugart 390 Floppy Disc} Für den Apple II gab es zweierlei Möglichkeiten, Floppy-Laufwerke anzuschließen. Die erste und originale Möglichkeit war der primitive aber geniale Weg, den "Woz" himself entwickelt hat: minimaler Hardwareeinsatz bei maximaler Softwareunterstützung. Die Laufwerke waren dumm wie Brot, es wurde weder das Indexloch noch der Endanschlag des Kopfes ausgewertet und selbst die Schrittmotorsteuerung erfolgte durch die Software im Apple. Das machte die Laufwerke irre billig und somit zum genialen Geschäftsmodell für Apple. Die zweite Möglichkeit war der bekannte Shugart-Bus, doch der benötigte eine deutlich komplexere Controllerkarte! Eine hübsche Front - darf man heutzutage in den U.S.A. noch Geräte mit Regenbogenfarben verkaufen? Das zwanzigpolige Flachbandkabel ist auf das Nötigste reduziert und man sollte es nicht verpolen, das killt diverse TTL-ICs. Im Inneren befindet sich ein Shugart SA390 (Baugleich zu SA400) Laufwerkschassis mit Apple-Minimalplatine "Disc II Analog Card". Hier ist wirklich nur drauf, was man unbedingt braucht: MC3470 Leseverstärker, CA3146 Transistorarray als Schreibverstärker und Stromquelle. Die Spindelmotorsteuerung dürfte von Shugart übernommen worden sein. Die Mechanik ist überschaubar: der Spindelmotor dreht die Floppy mit stabiler Drehzahl (lässt sich über die Stroboskopscheibe einfach kontrollieren, wenn man noch Glühlampen oder alte Leuchtstoffröhren ohne Elektronik besitzt...) und der Schrittmotor positioniert den Schreib-/Lesekopf. Weniger geht nicht. Die Analogplatine in hoher Auflösung: Ebenso die Lötseite. Man beachte die vorbildliche Masseführung im analogen Bereich. Der Kopf hat drei Funktionen; Schreiben, lesen und das Löschen der Spurränder. Schreib- Und Lesekopf sind die gleichen Komponenten, zwei Spulen mit Mittelanzapfung bedienen den gleichen Magnetspalt und ermöglichen eine einfache Polaritätsumschaltung. Der Löschkopf ist separat. Er dient nicht der Datenlöschung (Die werden einfach überschrieben!), sondern er löscht die Bereiche ober- und unterhalb der Datenspur, um die Datensicherheit zu den Nachbarspuren sicher zu stellen. Es wird also erst geschrieben und dann an den Rändern sauber gestutzt. Hier kann man die Spiralscheibe erahnen, die den Kopf bewegt. Ohne Rückmeldung der Spur 0 muss das Laufwerk in der Lage sein, so lange gegen den Anschlag zu fahren, bis die Nulllage sicher erreicht ist. Das ist dann auch das heftige Rattern bei der Initialisierung. Modernere Laufwerke haben für so etwas eine Lichtschranke. Ich bin gespannt, ob das Laufwerk noch sauber lesen kann. |
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