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01.07.2026


{VTech Laser 110} Wir schreiben das Jahr 1983 und wir hatten ja nichts. Moment... doch, ich hatte seit über einem Jahr einen ZX-81 und spielte darauf ganz versessen Psion Flight Simulator! Ich hatte ja doch was! Video Technology Ltd. aus Hong Kong war der Meinung, dass wir noch nicht genug hatten und brachte den Laser 110 auf den Markt. In gewohnter Hong-Kong-Consumerwaren-Fertigungsqualität gab es nun einen neuen Homecomputer, der nur wenig besser als der ZX-81 und fast genau so wie der Tandy TRS-80 war. Die Konkurrenz der Homecomputer-Zwerge. Von außen sieht das Gerät ganz gut aus und die Dokumentation ist... äh... vorhanden.

VTech Laser 110

Besser als Folientastatur: die Spectrum-typischen Gummitasten. Und auch von Sinclair gekl... äh, geborgt: ein ganzer Befehl per Tastendruck!

VTech Laser 110

Ein Pluspunkt: ein echter Schalter!

VTech Laser 110

Mannigfaltige Erweiterungsmöglichkeiten auf der Rückseite: Speichererweiterungen und Drucker warten auf Anschluss. Hat die jemals jemand gekauft und benutzt? Eine Besonderheit: es gibt sowohl einen Video- als auch einen TV-Ausgang!

VTech Laser 110

Die Bodenplatte hat immerhin ein gutes Lüftungskonzept. Besser als der ZX-81...

VTech Laser 110

Keine brauchbaren Teile im Inneren? Glaub ich jetzt nicht...

VTech Laser 110

Da ist doch einiges drin! Die Tastatur ist übrigens nicht zerstörungsfrei demontierbar. Wieder 20 Cent für einen Stecker gespart.

VTech Laser 110

Mir scheint, das Gerät hatte schlechte Werte beim EMV-Test.

VTech Laser 110

Lötzinn und Abschirmungsreste gab's wohl in rauhen Mengen kostengünstig...

VTech Laser 110

Der Pufferkondensator muss aufgrund seiner Größe extern wohnen.

VTech Laser 110

Auch von unten gut geschirmt, der TV-Modulator hat noch ein leitfähiges Ruhekissen bekommen. Die Kiste muss ursprünglich die Grenzwerte krass gerissen haben. Rechts oben befindet sich der Piezo-Pieper.

VTech Laser 110

Von unten sieht man deutlich die Hong Kong Fertigungsqualität. Was nicht passt, wird passend gemacht.

VTech Laser 110

Der Abschirmkäfig ist an vier Punkten gelötet. Darunter sitzt die geballte Rechenpower...

VTech Laser 110

2x 8k ROM für das Betriebssystem (Microsoft Basic) und 2k RAM als üppiger Arbeitsspeicher.

VTech Laser 110

Besser als beim ZX-81: ein MC6847 Grafikcontroller mit 2k Speicher entlastet die CPU signifikant. Hier braucht es keinen "Fast-Modus" ohne Bild... Der Baustein könnte sogar Farbe, aber im Gegensatz zu seinen größeren Nachfolgern hat der Laser 110 nur S/W-Grafik vorgesehen.

VTech Laser 110

Die Tastaturanbindung erinnert auch wieder stark an Sinclair... Darunter befindet sich der Rechenknecht: eine Z80A CPU.

VTech Laser 110

Den Systemtakt gibt der Quarz vor: 3,579545 MHz.

VTech Laser 110

Das Tastaturkabel ist immerhin sauber mit Heißkleber fixiert. Die Hong Kong Geräte aus dieser Zeit sind alle nicht so arg reparaturfreundlich. Die selbstschneidenden Schrauben sind auch oft nur für einmal Einschauben gedacht. Dann gibt es unfreiwillig Plastikgranulat.

VTech Laser 110

Der Kühlkörper ist einfach toll. Von der Struktur her extrem aufwändig geformt hat er dennoch ein grundlegendes Problem: die thermische Anbindung an die Wärmequelle ist der lümmeligste und dünnste Teil der Konstruktion. Immerhin besser als im ZX-81!

VTech Laser 110

Der Aufkleber auf dem TV-Modulator weist vermutlich auf die Kanalwahl und die Speicherausstattung hin. 2 von den 4k RAM gehören aber dem Videocontroller...

VTech Laser 110

Und jetzt noch (bevor ich das Prachtstück wieder zusammenlöte) die Platine in hoch auflösender Pracht:

VTech Laser 110

Jetzt muss ich mir eine 9VDC Wandwarze besorgen und dann sehen wir mal, was der Rechner so alles kann... Ich befürchte, dass seine Leistungsfähigkeit auch im Jahr 1983 schon lange nicht mehr zeitgemäß war.


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